CHINESISCHER SCHOPFHUND

(Chinese Crested Dog)

GESCHICHTE:

Die Entstehungsgeschichte der Rasse reicht weit, sehr weit in vorgeschichtliche Zeiten zurück und liegt manchmal etwas im Dunkeln. Vor Jahrtausenden entstand in Afrika aus einer Mutation (Änderung einzelner Erbmerkmale) ein haarloser Hund; so entstand der "Canis Africanis". Man züchtete diese Hunde weiter. Vor langer Zeit kamen haarlose Hunde von Afrika nach China, von dort mit Teeschiffen nach Amerika. Die Frühgeschichte des Chinese Crested in Amerika ist schwer zu ergründen. Schon während der Han-Dynastie (200 v. Chr. bis 200 n.Chr.) züchteten die Chinesen der Mandarinkaste aus dem haarlosen Hunting Dog (Jagdhund) den "Treasure House Guardian" (kostbarer Hüter des Hauses). Die Hunde passten in die Welt der schönen Dinge wie Porzellan, Seiden, sanfte anmutige Frauen, duftende Päonien. Man züchtete diese Hunde mit großer Sorgfalt und Liebe.

ÜBERSETZUNG : Frau Karin Biala und Herr Uwe H.Fischer.

URSPRUNG : China.

PATRONAT : Groβbritannien.

DATUM DER PUBLIKATION DES GÜLTIGEN ORIGINAL- STANDARDES : 24. 06. 1987.

VERWENDUNG : Gesellschaftshund.

KLASSIFIKATION FCI: Gruppe 9 Gesellschafts- und Begleithunde.

Sektion 4 Haarlose Hunde.

Ohne Arbeitsprüfung.

ALLGEMEINES ERSCHEINUNGSBILD : Ein kleiner, lebhafter und anmutiger Hund, Knochen mittelstark bis leicht. Körper ebenmäβig, entweder haarlos, mit Haarwuchs an den Pfoten, am Kopf und an der Rute oder leicht mit einem weichen Haarschleier eingehüllt. Es gibt zwei deutlich verschiedene Schläge : den rassigen und fein- knochigen, sowie den gedrungenen, der einen kräftigeren Körper- und Knochenbau aufweist .

VERHALTEN / CHARAKTER (WESEN) : Fröhlich, niemals bösartig.

KOPF : Glatt und ohne übermässige Faltenbildung. Die Länge des Schädels vom Hinterhauptbein bis zum Stop ist gleich der vom Stop bis zur Nasenspitze. Anmutiger Kopf mit aufmerksamem Ausdruck.

OBERKOPF

Schädel : Leicht gerundet und länglich.

Stopp: Leicht, jedoch nicht übertrieben betont.

GESICHTSSCHÄDEL

Nasenschwamm: Ist ein herausragendes Merkmal : schmal, dabei im Einklang mit dem Fang stehend. Jede Nasenfarbe zulässig.

Fang: Er verjüngt sich leicht, ist jedoch niemals spitz; trocken, ohne hängende Belefzung.

Lippen : Straff und dünn.

Kiefer / Zähne : Kräftige Kiefer mit einem perfekten, regelmäβigen Scherengebiβ, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.

Backen: Fein gemeisselt, trocken und nicht betont, sich zum Fang hin verjüngend.

Schopf: Idealerweise beginnt der Schopf am Stop und reicht bis in den Halsbereich, wobei ein langer, wallender Schopf bevorzugt wird; ein spärlicher Schopf ist jedoch zulässig.

Augen: So dunkel, daβ sie schwarz erscheinen. Weiβ ist nicht oder nur geringfügig erkennbar. Mittelgroβ, weit voneinander eingesetzt.

Ohren: Tief angesetzt: der höchste Punkt des Ohransatzes befindet sich auf einer Linie mit dem äuβeren Augenwinkel. Sie sind groβ und werden aufgerichtet getragen; mit der ohne Befransung. Bei den sog. Powder Puffs sind Hängeohren erlaubt.

HALS: Schlank/trocken, ohne Wamme, lang, mit anmutigem Übergang in die kräftigen Schultern. Er wird in der Bewegung hoch erhoben und leicht gebogen getragen.

KÖRPER : Mittellang bis lang, geschmeidig.

Rücken : Gerade.

Lendenpartie: Straff.

Kruppe: Gut gerundet und bemuskelt.

Brust: Ziemlich breit und tief, bis zu den Ellenbogen reichend; nicht fassförmig; Brustbein nicht vorstehend.

Untere Profillinie und Bauch: Mäβig aufgezogen.

RUTE: Hoch angesetzt, in der Bewegung hoch oder seitwärts getragen. Lang und spitz zulaufend, ziemlich gerade, weder geringelt noch zur Seite gedreht, im Stand natürlich fallend.

Befederung lang und wallend, und auf die unteren zweidrittel der Rute beschränkt. Spärliche Behaarung der Rute ist zulässig.

GLIEDMASSEN

VORDERHAND: Lange, schlanke Läufe, gut unter den Körper gestellt.

Schultern: Die Schulterblätter sind trocken, fest an- und gut zurückliegend.

Ellenbogen : Dicht und fest am Körper.

Vordermittelfuβ: Fein, fest und nahezu senkrecht.

HINTERHAND : Hinterläufe in gutem Abstand voneinander. Die Winkelungen der Hintergliedmassen müssen so sein, daβ sich eine gerade Rückenlinie ergibt.

Knie: Fest; der lange Unterschenkel geht ebenmäβig in das Sprunggelenk über.

Sprunggelenke: Tief liegend.

PFOTEN: Extrem ausgebildete Hasenpfoten, schmal, sehr lang, mit einzigartiger Verlängerung der sich zwischen den Zehengelenken befindlichen klienen Zehenknochen, dies gilt insbesondere für die Vorderpfoten, wodurch fast der Eindruck entsteht, als wäre ein zusätzliches Gelenk vorhanden. Krallen von beliebiger Farbe, mäβig lang. Pfotenbehaarung (Socken) im Idealfall auf die Zehen begrenzt, auf jeden Fall nicht über das Vorderfuβwurzelgelenk reichend. Die Pfoten und Zehen werden weder nach innen noch nach auβen gedreht.

GANGWERK: Ausgreifend, flüssig und elegant; mit gutem Vortritt und viel Schub.

HAARKLEID

HAAR : An keiner Stelle des Körpers gröβere behaarte Stellen. Haut feinkörnig; sie fühlt sich weich und warm an. Bei den « Powder Puffs » besteht das Haarkleid aus der Unterwolle und einem weichen, langen Haarschleier; dieser ist ein besonderes Merkmal.

FARBE : Jede Farbe oder Farbkombination ist zulässig.

GRÖSSE UND GEWICHT :

Widerristhöhe : Ideal : Rüden 28 bis 33 cm, Hündinnen 23 bis 30 cm.

Gewicht : Schwankt beträchtlich, sollte allerdings 5,5 kg nicht übersteigen.

FEHLER : Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten muss als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zum Grad der Abweichung stehen sollte und dessen Einfluss hinsichtlich Gesundheit und Wohlbefinden des Hundes.

Hunde, die deutlich physische Abnormalitäten oder Verhaltensstörungen aufweisen, müssen disqualifiziert werden.

N.B. : Rüden müssen zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Hodensack befinden.

Quelle: VDH